Grigris

Tschad/Frankreich 2013, Mahamat-Saleh Haroun
mit Souleymane Deme, Anais Monory, Cyrill Guei. Digital, 95 Min., dt.Untertitel

 

 

Der 1961 im Tschad geborene Regisseur und Drehbuchautor Mahamat-Saleh Haroun gehört zu den wenigen Filmemachern Afrikas, die relativ kontinuierlich Projekte realisieren können. Mit Filmen wie ABOUNA, DARATT oder UN HOMME QUI CRIE war er regelmäßiger zu Gast bei den großen europäischen Festivals, wo er auch mit Preisen ausgezeichnet wurde. Seine Filme greifen reale Probleme der afrikanischen Gegenwart auf, zugleich sucht Haroun dafür nach einer eigenen, oft sehr poetischen Bildsprache. Dies machte Haroun zu einem anerkannten Vertreter des zeitgenössischen Autorenkinos. Deshalb überraschte es manche Kritiker 2013 nach der Premiere in Cannes, dass der Regisseur für seinen neuesten Film GRIGRIS auch Stilmittel und Motive des Genrekinos verwendete. Die Titelfigur lebt in N'Djamena, der Hauptstadt des Tschad. Nachts arbeitet er als Tänzer und tagsüber in dem Fotoladen seines Stiefvaters. Als der erkrankt, schließt sich Grigris einer Bande von Benzinschmugglern an und verliebt sich dort in ein Mädchen. Bald geraten beide ins Visier der Gangster. Wie auch in seinen früheren Arbeiten findet Haroun für seine Geschichte eine ruhige und klarsichtige Erzählweise.