Talea

Österreich 2013, Katharina Mückstein
mit Nina Proll, Sophie Stockinger-Jasmin, Philipp Hochmair. Digital, 75 Min.

 

 

„Es geht hier um ein Mädchen, das seine Mutter kennenlernen will, um herauszufinden, wer es selbst ist.“ So beschreibt Katharina Mückstein das emotionale Thema ihres viel beachteten Regiedebüts TALEA. Es geht um die menschlich komplexe Beziehung der 14-jährigen Jasmin zu ihrer gerade aus der Haft entlassenen Mutter. Bisher hat sie in einer Pflegefamilie gelebt, mit der sie nun eigentlich in die Sommerferien fahren soll. Doch Jasmin reißt aus, um zu ihrer leiblichen Mutter zu gehen, zu der sie jahrelang keinen Kontakt hatte. Die arbeitet inzwischen in einer Gärtnerei, die Annäherungsversuche ihrer Tochter weist sie zunächst zurück. Schließlich kann Jasmin sie zu einem gemeinsamen Ausflug in ihre alte Heimat, dem Waldviertel, überreden. Allmählich kommt es zwischen den beiden zu einer Annäherung. Mückstein, die bei Michael Haneke in Wien mehrere Jahre Regie studiert hat, ist mit ihrem Erstling ein sehr sensibler und einfühlsamer Film gelungen. Für die Rolle der Mutter konnte sie Nina Proll gewinnen, die hier so facettenreich wie selten zu erleben ist. Der Titel TALEA kommt aus dem Italienischen und bedeutet soviel wie Steckling oder Spross.