Amour Fou

Österreich 2014, Jessica Hausner
mit Christian Friedel, Birte Schnöink, Stephan Grossmann. Digital, 96 Min.

 

 

Berlin im Jahr 1810. In den Salons der Romantik genießt der Dichter Heinrich von Kleist einen zweifelhaften Ruf. Der Melancholiker, dessen begnadete Dichtung seiner Zeit auf den Zahn fühlte und der trotz seines Talents stets vergeblich liebte, empfindet das Leben hauptsächlich als Schmerz. Sein größter Wunsch ist es, mit einem geliebten Menschen gemeinsam aus dem Leben zu scheiden. Seine Cousine Maria, die er zu lieben glaubt, ist von der Idee partout nicht zu überzeugen. Doch dann trifft Kleist auf Henriette Vogel, eine Ehefrau und Mutter, die ebenso einsam ist wie er. Während aus Frankreich eine Welle der Demokratisierung über die preussischen Hierarchien hereinbricht, kommen sich die beiden langsam näher. Verstrickt in große Erwartungen und verborgene Ängste schließen Heinrich und Henriette einen Pakt. Mit einiger Ironie und beeinflusst vom ganz eigenen Kleistschen Sprachstil inszenierte die österreichische Filmemacherin Jessica Hausner diese Geschichte über die letztlich paradoxe Vorstellung von der Möglichkeit eines gemeinschaftlichen Selbstmords. Nach der Premiere in Cannes war AMOUR FOU im vergangenen November auch Eröffnungsfilm der Viennale.