Mary, Königin von Schottland

Schweiz/Frankreich 2013, Thomas Imbach
mit Camille Rutherford, Sean Biggerstaff, Aneurin Barnard. Digital, 120 Min., dt.UT

 

 

Von dem Schicksal der schottischen Königin Mary Stuart haben sich schon viele Künstler inspirieren lassen. Der Schweizer Filmemacher Thomas Imbach wählte für seine Version die Biografie von Stefan Zweig als Vorlage für sein Drehbuch. Der Film beginnt und endet in der Nacht vor Stuarts Hinrichtung im Jahr 1587. In Rückblenden bettet sich so die Erzählung über ihr Leben, ihre Lieben und Leidenschaften in ihre letzten Gedanken vor dem Tod. Einen opulenten Ausstattungsfilm hatte Imbach dabei nicht im Sinn, den hätte das Budget auch nicht hergegeben. Sein Film ist vielmehr ein Innenbild persönlichen Erlebens, er zeigt Marys Gefühle, ihre Hoffnungen, Träume, Zweifel, aber auch ihr Leiden in der Gefangenschaft. Die Auseinandersetzung mit Elizabeth I. lässt er von einem Puppenspieler darstellen, der den Krieg der Königinnen mit Marionetten aufführt. Es sind Einfälle wie diese, die dem vielschichtigen Film eine verblüffende Leichtigkeit verleihen. Dank der Hauptdarstellerin Camille Rutherford, die fließend Englisch und Französisch spricht, konnte Imbach seinen Film konsequent in die Zweisprachigkeit der Protagonistin hineinkonzipieren. (nach: Irene Genhart, film-dienst 24/14)